FORESEE-Projekt: 2. thematic meeting

 

Am 5. Juli fand das zweite Seminar im Rahmen des europaweiten FORESEE-Projekts, bei dem die Volkshilfe Niederösterreich als Projektpartnerin mitarbeitet, statt. Thema waren der Personalmangel und die Herausforderungen im Bereich der sozialen Dienste. Veranstaltet wurde das Seminar von der Federation of European Social Employers und EPSU (Europäischer Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst).

Gregor Tomschizek in seiner Funktion als Präsident der Federation of Euopean Social Employers, eröffnete die Veranstaltung. Anschließend wurden die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage der Social Employers zum Personalmangel in den sozialen Diensten in ganz Europa vorgestellt. Die Umfrage zeigt einen starken Anstieg des Personalmangels seit 2021 in den meisten EU-Ländern. Die Ergebnisse zeigen auch die Teilsektoren und Stellen, die am stärksten vom Personalmangel betroffen sind, sowie einige der Hauptursachen für den Personalmangel. Für die Volkshilfe Niederösterreich sind Barbara Gscheitmayr und Barbara Gurtner beim Projekt beteiligt.

Elisfa präsentierte einige Schlüsselergebnisse aus dem in Kürze erscheinenden Bericht über die "Current attractiveness challenges in the social services sector", der gemeinsam mit UNIPSO erstellt wurde. Der Bericht basiert auf einem Fragebogen, einer Literaturrecherche und auf Interviews mit 11 ArbeitgeberInnen- und 3 ArbeitnehmerInnenorganisationen. Der Bericht beleuchtet fünf Schlüsselthemen in Bezug auf die Attraktivität des Sektors: Wettbewerb, Image und Kommunikation, Ausbildung und Karrierewege, Lebensqualität am Arbeitsplatz und Anerkennung. Der Bericht enthält auch eine Reihe von bewährten Verfahren und Initiativen der Sozialpartner zur Bewältigung der Attraktivitätsprobleme im Sozialdienstleistungssektor.

Der zweite Teil des Vormittags, der sich auf die bevorstehende europäische Pflegestrategie konzentrierte, begann mit der Präsentation des gemeinsamen Positionspapiers der Social Employers und EPSU, in dem eine Strategie gefordert wird, die sich mit dem Personalbedarf und den Herausforderungen in diesem Sektor befasst und diese antizipiert. Es folgte ein Beitrag von Dana-Carmen Bachmann, Leiterin des Referats Modernisation of Social Protection Systems bei der EU-Kommission. Ihr Vortrag gab einen Überblick über die Herausforderungen im Bereich der Langzeitpflege, die in der bevorstehenden Europäischen Pflegestrategie, die am 7. September veröffentlicht werden soll, behandelt werden, sowie über die Initiativen zur Bewältigung dieser Herausforderungen auf EU- und nationaler Ebene.

In der Nachmittagssitzung wurden Beispiele dafür vorgestellt, wie der Personalmangel in den EU-Mitgliedstaaten angegangen werden kann. Tina Weber, Research Manager Employment bei Eurofound, präsentierte gute Beispiele aus anderen Sektoren zur Bekämpfung des Personalmangels, die auch für den Sozialdienstleistungssektor genutzt werden könnten. Die Präsentation gab auch einen Überblick über die Eurofound-Klassifizierung von Maßnahmen zur Bekämpfung des Personalmangels.

Zum Abschluss der Veranstaltung kamen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter aus 4 EU-Ländern zusammen: Isabelle Le Nan, SCOP Initiatives Formation (FR), Juan Vela, Präsident der Grupo Social Lares (ES), Johan Van Eeghem BBTK (BE), Sandra van den Braak, Maaike Piet und Bert de Haas, FNV (NL), präsentierten ihre Erfahrungen und bewährten Praktiken zur Bewältigung der Personalprobleme in diesem Sektor.

Die Präsentationen unterstrichen die Bedeutung von Investitionen in den Sektor, an die Bedürfnisse der Arbeitnehmer angepasste Schulungen, gute Arbeitsbedingungen, eine bessere Anerkennung der Arbeit von Pflegekräften und Diensten sowie die Schlüsselrolle des sozialen Dialogs bei der Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die Arbeitskräfte im Sektor.

Adam Rogalewski, politischer Referent für Gesundheits- und Sozialdienste, EPSU, schloss die Konferenz und hob die gemeinsame Arbeit von Sozialen Arbeitgebern und EPSU hervor sowie die Notwendigkeit, dass ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen auch auf nationaler Ebene zusammenarbeiten.

Text: Barbara Gscheitmayr

5. Juli 2022

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